Sportbootführerschein? – Alles was Sie wissen müssen

Sie werden das Bild vom letzten Sommer mit der gecharterten Motoryacht in Ihrem Kopf nicht mehr los? Und sehnen sich vielleicht sogar nach mehr? Mehr Power, mehr Speed und Abenteuer? Dann ist der Sportbootführerschein genau das Richtige für Sie! Ergreifen Sie die Gelegenheit – seien Sie im nächsten Urlaub schneller unterwegs!

Alle Infos rund um den Sportbootführerschein erhalten Sie hier:

Für was brauchen Sie den Sportbootführerschein?

Es gibt den Sportbootführerschein (SBF) Binnen, See und das Bodenseeschifferpatent. Diese kann man alle zusammen in einer Prüfung oder einzeln bzw. nacheinander machen. Für den SBF Binnen und See müssen Sie mindestens 16 Jahre alt sein. Wo hingegen für das Bodenseeschifferpatent das Mindestalter 18 Jahre ist.

Der SBF Binnen gilt international und auf allen für die Schifffahrt zugelassenen Binnengewässern, wie Flüsse und Seen (ausgenommen dem Bodensee). Hier darf man mit dem SBF Sportboote mit einer Länge von bis zu 20 Metern (ohne Ruder und Bugspriet) und einer Antriebsmaschine mit einer Leistung von bis zu 15 PS fahren.

Der SBF See gilt auf allen Seeschifffahrtsstraßen. Bei diesem Führerschein sind in der Länge des Bootes und der Leistung (PS) keine Grenzen gesetzt. Außerdem gilt er ebenfalls international. (Außerhalb der sogenannten 2 Seemeilen‐Zone, besteht keine Führerscheinpflicht mehr. Das Bodenseeschifferpatent gilt ausschließlich für diesen. Er ist ab einer Überschreitung der 6 PS Marke erforderlich und hat einen eigenen, theoretischen Bereich in der Prüfung.

Der in Deutschland, Österreich und in der Schweiz absolvierte SBF gilt überall im Ausland. Wenn Sie noch einen alten Führerschein in Papierform haben, empfehlen wir vor dem Auslandsaufenthalt eine Ersatzausfertigung zu beantragen. Erkundigen Sie sich vorab welche Vorschriften in Ihrem Land oder in Ihrem Urlaubsziel gelten.

Sobald Sie Ihren Sportbootführerschein in den Händen halten, steht Ihnen die Welt des Yacht‐Charters offen. Zur Inspiration für Ihre erste Reise haben wir Ihnen hilfreiche Chartertipps für Einsteiger und Profis zusammengestellt.

Wo können Sie ihn machen und wie bereiten Sie sich vor?

Zur Vorbereitung für die schriftliche und die praktische Prüfung empfehlen wir Ihnen eine Sportbootschule, die meist auch das für die Prüfung erforderliche Sportboot stellt.

SBF Binnen und See beinhalten je einen theoretischen Teil, ebenso das Bodenseeschifferpatent. Es gibt für alle drei Führerscheine insgesamt einen praktischen Teil. Dieser muss nur ein Mal bestanden werden, unabhängig davon ob Sie einen oder mehrere Führerscheine machen möchte.

Die Theorie bekommen Sie in Kursen von der Bootsschule erklärt und machen meist Übungen dazu. Hierzu gibt es Bücher mit Prüfungsbögen und den passenden Lösungen. Auch eine App kann Ihnen beim Lernen der Multiple‐Choice Fragen helfen. Außerdem beinhaltet die Prüfung Ausschnitte von Seekarten (Mündungen der Jade, Weser und Elbe), bei denen die Navigationsfähigkeiten abgefragt werden. Auch das wird in den Kursen erklärt und geübt.

Übrigens: Wer nach dem SBF lieber die Segel setzen möchte, statt sich nur auf Motorkraft zu verlassen, findet bei uns auch alles Wissenswerte zum Thema Segelschein. Perfekt für alle, die es auf dem Wasser gerne etwas ruhiger mögen: Mehr erfahren.

In der Praxis lernen Sie 10 verschiedene Schifffahrtsknoten, wie den Palstek oder den Kreuzknoten und die unterschiedlichen Manöver. Dazu zählen z.B. das Anlegen und Ablegen, das Fahren nach Kompass, Mensch über Bord, Wenden auf engem Raum, kursgerechtes Aufstoppen, Fahren nach Schifffahrtszeichen, die einfache‐ oder Kreuzpeilung, Manöverschallsignale und das Anlegen einer Rettungsweste.

Wie laufen die Prüfungen ab?

Aus einem Pool von 15 unterschiedlichen Prüfungsbögen wird einer davon abgefragt. Sie bestehen immer aus 7 Basisfragen, 23 spezifischen Fragen und einem Ausschnitt aus der Seekarte. Eine Basisfrage kann z.B. die Frage nach der Bezeichnung der Luvseite sein. Im Gegensatz dazu ist die Frage „Wie sind Verkehrstrennungsgebiete zu befahren?“ eine spezifische Frage. In jedem Prüfungsbogen sind alle Bereiche, sprich Binnen, See und Bodensee vorhanden. Trotzdem können die drei theoretischen Bereiche, nach Belieben, getrennt voneinander absolviert werden.

Der praktische Teil der Prüfung absolvieren Sie auf dem Boot bzw. am Steg vor Ort. Sie besteht aus Pflichtmanövern, sonstigen Manövern sowie Knoten. Von maximal 7 abgefragten Knoten müssen sechs mit ausreichendem Ergebnis ausgeführt werden. Dazu gehören der Achtknoten, der Kreuzknoten, der Palstek, der Schotstek oder der doppelte Schotstek. Außerdem der Stopperstek, der Webleinstek, der Webleinstek auf Slip, der Rundtörn mit zwei halben Schlägen und das Belegen einer Klampe mit Kopfschlag. 

Die Pflichtmanöver müssen ausreichend ausgeführt werden! Dazu zählen das An‐ und Ablegen, das Fahren nach Kompass, Peilen (einfache oder Kreuzpeilung) sowie das Rettungsmanöver (Mensch über Bord). Bei den sonstigen Manövern müssen Sie von drei Aufgaben mindestens zwei erfolgreich absolvieren. Diese können entweder kursgerechtes Aufstoppen, Wenden auf engem Raum, Fahren nach Schifffahrtszeichen/Landmarken, Manöverschallsignale (eins von drei) oder das Anlegen einer Rettungsweste/Sicherheitsgurt sein.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann informieren Sie sich bei einer Sportbootschule in Ihrer Nähe.
Viel Erfolg und ganz viel Freunde an Ihrem Sportbootführerschein wünscht Ihnen BAVARIA.