Vier Pfoten an Bord - Mit dem Hund sicher auf See unterwegs
Für viele von uns ist ein Hund weit mehr als nur ein Haustier - er ist Familienmitglied, Begleiter und Vertrauter. Wer als Hundehalter mit der eigenen Segel- oder Motoryacht unterwegs ist, stellt sich früher oder später die Frage: Wie kann ich meinen Hund am besten mit auf meine Törns nehmen und wie gestalte ich dafür das Leben an Bord am besten?
Mit unseren Tipps, etwas Vorbereitung, Geduld und der richtigen Ausrüstung wird Ihr Hund bestimmt zum perfekten Crewmitglied.
Gewöhnung ans Bordleben - Schritt für Schritt
Für uns ist ein Leben auf einer Yacht Freiheit pur - für einen Hund bedeutet es vor allem eins: eine ungewohnte Umgebung mit vielen neuen Reizen, wie Gerüchen und Geräuschen. Und dann auch noch ein schwankender Untergrund!
Hier gilt: Sicherheit und Struktur geben Orientierung.
Nicht jeder Hund ist von Natur aus seefest. Je nach Hund braucht es mehr oder weniger Zeit, um sich an das neue Leben zu gewöhnen. Beginnen Sie frühzeitig und in kleinen Etappen. Erzwingen Sie nichts!
Bedenken Sie, dass ein junger und/oder neugieriger Hund sich leichter an die neue Umgebung gewöhnt, als ein älterer oder eher vorsichtiger Hund. In jedem Fall einfacher wird es, wenn das Tier bereits vertraute Gerüche an Bord wiederfindet. Nehmen Sie dafür beispielsweise die Lieblingsdecke von zu Hause mit an Bord.
Tipps zur Eingewöhnung:
- Trockenübung: Nehmen Sie Ihren Hund mit an Bord, ohne den Motor zu starten. Lassen Sie ihn in Ruhe alles erkunden - das Deck, Cockpit und die Kabinen. Entspannen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Hund dort, wo er später liegen soll. Vielleicht findet er ja von selbst das perfekte Plätzchen?!
- Geräusche und Bewegungen vertraut machen: Schalten Sie nach ein paar Mal den Motor oder das Bugstrahlruder ein, während Sie im Hafen bleiben. Ihr Liebling könnte sich dabei erschrecken - Gewöhnung ist hier wichtig!
- Kurze Fahrten bei ruhiger See: Die ersten Törns sollten eher Spazierfahren sein - kurze Strecken bei gutem Wetter. So sammelt Ihr Hund positive Erfahrungen.
- Gewohnheiten etablieren: Ein fester Schlafplatz, Gassizeiten (an Land oder auf der Pipi-Matte) und Rituale geben Sicherheit - gerade auf längeren Reisen. Versuchen Sie diese beizubehalten, je nach dem ob es ihrem Hund Sicherheit schenkt.
Sicherheit und Komfort – das A und O für den Hund an Bord
Ist ein tierischer Begleiter mit an Bord, muss penibel auf seine Sicherheit geachtet werden. Besonders guten Schutz bietet dabei ein rundum gespanntes Relingsnetz. Außerdem ist eine Schwimmweste ein Muss.
Was Sie außerdem beachten sollten:
- Zugang und Ausstieg sichern: Eine stabile Rampe erleichtert besonders älteren oder größeren Hunden das An-Bord-Kommen. Achten Sie stets darauf, dass Ihr Hund sicher an und von Bord gelangt.
- Rutschfester Untergrund: Nicht jeder Hund fühlt sich auf glattem Decksbelag wohl. Rutschfeste Matten oder ein Teppichstreifen im Cockpit geben Halt und Sicherheit.
- Schatten und Wasser stets verfügbar: Auf See kann die Sonne gnadenlos herabbrennen - Schatten und frisches Wasser sollten daher immer erreichbar sein.
- Toilettenlösung für längere Etappen: Kunstrasenmatten oder Pipi-Pads funktionieren gut, sofern man dies mit dem Hund vorher übt.
Unverzichtbar: Die richtige Hundeschwimmweste
Auch wenn Ihr Hund ein guter Schwimmer ist – eine hochwertige Schwimmweste gehört zur Grundausstattung. Sie sichert das Leben Ihres Vierbeiners bei über Bord gehen, starker Strömung oder Wellengang. Denn Hunde sind ohne Rettungsweste im offenen Wasser kaum zu erkennen und können eher schlecht auf sich aufmerksam machen.
Worauf Sie bei einer Schwimmweste achten sollten:
- Tragegriff am Rücken: Unerlässlich, um den Hund im Notfall aus dem Wasser zu heben.
- Signalfarben und Reflektoren: Gute Sichtbarkeit rettet Leben - insbesondere bei Dämmerung oder schlechten Wetterbedingungen.
- Ergonomische Passform: Die Weste muss eng anliegen, darf aber nicht einschnüren - Bewegungsfreiheit ist entscheidend.
- Guter Auftrieb: Besonders im Brustbereich, damit der Kopf zuverlässig über Wasser bleibt.
Realistisch bleiben – mögliche Herausforderungen
So traumhaft das Leben an Bord auch ist – mit Hund gibt es einige Herausforderungen, die man im Blick behalten sollte. Ein häufiger, aber oft übersehener Punkt ist die Seekrankheit bei Hunden: Besonders empfindliche Tiere oder solche, die nicht an das Schaukeln gewöhnt sind, können bei rauer See Symptome zeigen. An Land können trubelige Häfen für Stress und Überforderung sorgen.
Auch wenn ein Hund zu Beginn der Reise noch entspannt wirkt, kann sich nach einigen Tagen herausstellen, dass doch mehr Landgänge benötigt werden, als ursprünglich geplant. Ein zusätzlicher Hafentag kann dann für Mensch und Tier Gold wert sein. Ein weiterer Punkt ist das Thema Hitze: Hunde überhitzen schnell, daher sind Schattenplätze, ausreichend Wasser und gute Belüftung sind essentiell.
Nützliche Ausstattung für den Vierbeiner
Richtige Ausrüstung ist Gold wert, um für alle erdenklichen Szenarien gewappnet zu sein und dem Hund an Bord eine komfortable sowie sichere Reise zu ermöglichen.
Hier ein paar der wichtigsten Utensilien:
- Hundeschwimmweste (Gibt's bei unserem Partner SVB)
- Rutschfeste Näpfe
- Hunderampe oder -leiter
- Schattensegel oder UV-Schutzplane
- GPS-Tracker
- Reiseapotheke inklusive Zeckenschutz und Mittel gegen Übelkeit
Unser Fazit
Ein Törn mit Hund ist definitiv machbar – und für viele Crews ein echtes Highlight. Wer sich gut vorbereitet, auf die Bedürfnisse seines Vierbeiners eingeht und realistisch bleibt, schafft beste Voraussetzungen für eine entspannte Zeit an Bord. Wichtig ist, den Hund als vollwertiges Crewmitglied zu sehen: mit eigenen Ruhephasen, ausreichend Bewegung an Land und Schutz vor Sonne, Stress oder Überforderung. Kleine Herausforderungen lassen sich mit Planung und Flexibilität meist gut meistern. Dann wird das Bordleben mit Hund nicht nur alltagstauglich, sondern auch unvergesslich schön – für alle Beteiligten.
Sie haben Fragen, Wünsche oder Anregungen? Schreiben Sie uns hier gerne!
