Die Segel auf einem Segelboot: Welches nutzen – und warum?

Dein Segelboot ist bereit, der Wind weht und du spürst die Vorfreude auf den nächsten Törn. Doch bevor du die Leinen loswirfst, stellt sich die entscheidende Frage: Welches Segel setze ich – und warum?

Die Segel auf einem Segelboot sind weit mehr als nur Stoff im Wind. Sie sind deine Verbindung zu den Elementen, der Motor deines Abenteuers – und entscheidend für Performance, Sicherheit und Fahrgefühl. Die Wahl und der richtige Einsatz der Segel entscheiden über Geschwindigkeit, Krängung und Kontrolle deiner Yacht. Wir zeigen dir, welche Segel du an Bord hast und wie du sie optimal nutzt, um das Beste aus jedem Törn herauszuholen.

Die Standardausrüstung: Das perfekte Duo

Jede Segelyacht – natürlich auch deine BAVARIA – ist standardmäßig mit einem Großsegel und einem Vorsegel, meist einer Genua oder Selbstwendefock, ausgestattet. Dieses Duo ist die Basis für fast alle Kurse am Wind, mit Halbem Wind oder wenn der Wind weiter von Achtern kommt. Es ist dein tägliches Arbeitsgerät auf See.

Das Großsegel: Das Gaspedal deines Segelbootes

Das Großsegel ist das größte Segel an Bord, das Vorliek am Mast und das Unterliek am Baum befestigt. Es bildet das Herzstück des Segelantriebs und ist das Gaspedal auf deinem Boot. Durch seinen Trimm kannst Du die Krängung deines Segelbootes und damit auch den Druck auf dem Ruder kontrollieren. Über die Spannung des Unterlieks kannst das Profil und damit den Vortrieb bestimmen. Je fester du das Unterliek trimmst, desto flacher wird das Profil des Großsegels. Bei mehr Wind brauchst du ein sehr flaches Profil im Segel, damit weniger Druck entsteht. Bei weniger Wind darf für den besseren Vortrieb das Unterliek gerne für ein bauchiges Profil des Großsegels gerne etwas loser sein.

Einsatz: Das Großsegel sollte fast immer gesetzt werden, sobald du auf offener See bist. Es liefert den Hauptantrieb und ermöglicht dir, den Druck des Windes präzise zu steuern und auszunutzen. Bei viel Wind solltest du das Großsegel reffen, damit sich der Druck verringert und du schneller durch das Wasser kommst.

Die Genua: dein Allrounder für Vortrieb

Die Genua ist das große, überlappende Segel am Vorstag, dass auf allen neuen Bavarias ein Rollanlage ist. Eine Genua bringt deine BAVARIA auf Am‐Wind‐Kursen richtig in Fahrt.

Einsatz: Die Genua ist dein Allrounder für fast alle Windbedingungen. Über die Genua‐Schot und den Holepunkt auf der Genuaschiene an Deck kannst du ihr Profil beeinflussen. Die Genua sollte ein Profil wie ein Flugzeugflügel haben. Dann strömt sie das Großsegel optimal an und du kannst schnell und hoch am Wind segeln.

Die Selbstwendefock: Einfaches Handling, entspanntes Segeln

Die Selbstwendefock hat eine Größe von 100%. Entspricht also genau dem Dreieck zwischen Vorstag, Mast und Deck.

Einsatz: Vor dem Mast läuft die Schot der Selbstwendefock auf einer Schiene, die quer auf dem Aufbau von Back‐ nach Steuerbord läuft. Dadurch rutscht diese Fock beim Wenden und Halsen ganz von selbst nach Lee auf die neue Seite. Man braucht über die Schot nur bestimmen ob man hoch am Wind oder auf einem anderen Kurs segelt. Alles andere geht von allein, entspanntes Segeln eben.

Spezialsegel für mehr Performance und Spaß

Manchmal reicht das Standard‐Setup aus Großsegel und Genua nicht aus, um die volle Power deiner BAVARIA zu spüren. Dann kommen die Spezialisten ins Spiel.

Gennaker oder Code0: Die Spezialisten wenn der Wind nicht von vorne kommt.

Diese auffälligen, großen Segel sind für Kurse wenn der Wind von der Seite bis hin wenn der Wind ganz von hinten kommt gemacht. Sie holen das Maximum an Geschwindigkeit, auch bei leichten Brisen, heraus.

  • Der Gennaker ist asymmetrisch geschnitten und eignet sich hervorragend für raumschots Törns. Er ist relativ einfach zu handhaben, besonders wenn Du einen Bergeschlauch benutzt. Der gehört bei BAVARIA YACHTS übrigens zum Standard.
  • Der Code0 und permanent Code0 sind wie eine riesige Genua, also dreieckig, geschnitten. Sie werden auf einem Roll‐Furler beim bergen aufgerollt und entrollen sich beim setzen. Perfekt ist der Code0 bei halbem Wind. Der permanent Code0 hat einen UV‐Schutz und kann auch über längere Zeit aufgerollt gesetzt bleiben.


Einsatz: Du setzt diese Segel bei sehr leichtem bis mittlerem Wind. Auf Raumwind‐Kursen sind sie ein Garant für zusätzlichen Speed und Segelspaß.

Die Wichtigkeit des Segeltrims: Finetuning für deine Segel

Das Setzen allein reicht nicht – der wahre Unterschied liegt im Trimm. Ein gut getrimmtes Segel bringt nicht nur mehr Geschwindigkeit, sondern auch Kontrolle und Komfort.

Segeltrimmen bedeutet:
  • Die richtige Spannung in Fall und Schoten zu finden.
  • Den Großbaum mit dem Baumniederholer perfekt auf deine gewünschte Spannung auf das Achterliek des Großsegels einzustellen.,
  • Die Schoten so zu bedienen, dass das Segel die ideale Form hat – nicht zu flach und nicht zu bauchig.


Wer versteht, wie sich kleine Veränderungen im Trimm auswirken, kann das volle Potenzial seiner BAVARIA ausschöpfen.

Jedes Segel ist ein Werkzeug, das dich lautlos über die Meere trägt

Ob du mit Großsegel und Genua entspannt über den See gleitest oder mit einem Gennaker durch die Wellen surfst. Die verschiedenen Segel sind dein Werkzeug, um das Abenteuer auf See so sicher, schnell und komfortabel wie möglich zu gestalten. Nimm dir die Zeit, mit deinen Segeln zu experimentieren. Beobachte, wie sich dein Boot verhält, und lerne, was es braucht, um den perfekten Trimm zu finden. So wird jeder deiner Törns zu einem unvergesslichen Erlebnis.